Informationen zur Renovierung auf dem Hintergrund der Geschichte
Seit 1992 ist die St. Bernhardkirche als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung eingestuft. Sie genießt zusätzlichen Schutz durch Eintragung in das Denkmalbuch nach § 12 des Denkmalschutzgesetzes von Baden-Württemberg. Die von Architekt Max Meckel geplante und 1896 bis 1901 erbaute Kirche gilt durch die Qualität der Architektur und die künstlerische und kunsthandwerkliche Ausstattung als bedeutendster neugotischer Kirchenbau in Baden.
1885 wurde der katholischen Kirchengemeinde der städtebauliche besonders herausgehobene Bauplatz zugebilligt und der Baugrund vom Großherzog geschenkt. St. Bernhard in Karlsruhe ist die erste Kirche, die dem seligen Markgrafen Bernhard von Baden (1428–1458) geweiht wurde, dem Patron des Landes und Angehöriger des herzoglichen Hauses. Neben den architekturgeschichtlichen und kunstgeschichtlichen Werten als Einzelbau besitzt die St. Bernhardkirche herausragende Bedeutung als Teil eines übergreifenden städtebaukünstlerischen und politisch motivierten Konzepts. Dies belegen die zwei zeitgleich geplanten und ausgeführten Monumente - die Bernhardkirche im Osten und das Kaiser-Wilhelm-Denkmal im Westen, in der Querachse der Stadt.
Erhaltung der Kirche - Ausblick auf die Außeninstandsetzung
Zunächst erfolgten stereo-photogrammetrische Fassadenaufnahmen. Auf dieser Grundlage konnte dann eine detailorientierte Bauschadenskartierung der Gesteine des Kirchturms vorgenommen und die Sanierung geplant werden, bzw. die anfallenden Kosten errechnet werden.
Ab Mitte Januar 2006 waren die Steinmetze der Firma Steinsanierung und Denkmalpflege Crailsheim am Werk. Begleitend zu den Naturwerksteinarbeiten erfolgte die Erneuerung des Blitzschutzes, die Restaurierung von diversen Metallteilen, die Erneuerung der Schallläden und einzelne Maßnahmen zur Taubenvergrämung. Nicht zuletzt wurden auch die Ziffern und die Zeiger der Turmuhr einer Restaurierung unterzogen.
Nach Abschluss der Arbeiten an der oberen Turmhälfte wurde das Gerüst abgebaut und von unten her wieder aufgebaut, so dass in der nächsten Phase die untere Turmhälfte ebenso erneuert werden konnte. Geplant war, dass nach Fertigstellung des Turmes ebenso das Lang- und das Querschiff sowie der Sakristeianbau saniert werden sollte.
Dankenswerterweise hatten Prinz Bernhard von Baden, dessen Familie von der Geschichte her eng mit St. Bernhard verbunden ist, sowie Oberbürgermeister Heinz Fenrich aus Karlsruhe die Schirmherrschaft für die Sanierung der Außenhülle übernommen.
Die sorgfältig durchgeführte Schadenkartierung sowie die Planung und Ausschreibung der Naturwerksteinarbeiten von Architektin Behrens waren die Grundlage für das kostengünstige Angebot der Naturwerksteinfirma. Die Planung der restlichen Gewerke sowie die gesamte Objektbetreuung oblagen dem Erzbischöflichen Bauamt Heidelberg, Außenstelle Karlsruhe, insbesondere Herrn Erzb. Oberbaurat Lothar Kühn. Durch rationelle Arbeitsmethoden der Naturwerksteinfirma und anderer Umstände konnte die ursprünglich geschätzte Summe von 6,5 Mio Euro unterschritten werden.
Nach der Fertigstellung des Turmes und der Sanierung der wertvollen St. Bernhard-Figur über dem Hauptportal wurde das Kirchenschiff eingerüstet. Die Arbeiten gingen auch hier zügig voran. Durch das Gerüst am Schiff wurde mit der Zeit deutlich, dass es aus sachlichen und ökonomischen Gründen nötig ist, im Laufe der Arbeiten gleich das komplette Dach zu erneuern. Diese zusätzliche Maßnahme wurde genehmigt und konnte durchgeführt werden.
Die Gemeinde ging von einer Gesamtsumme von etwa 4,7 Mio Euro aus. Die Finanzierung setzte sich zusammen aus Mitteln der Pfarrgemeinde, Zuschüssen der Gesamtkirchengemeinde Karlsruhe, der Erzdiözese Freiburg sowie des Regierungspräsidiums Karlsruhe, Referat Denkmalpflege. Aufgrund der städtebaulichen Bedeutung der Kirche und ihrer herausragenden Stellung unter den Karlsruher Denkmälern wurde auch bei der Stadt Karlsruhe ein Zuschuss zur Renovierungsmaßnahme beantragt. Die Pfarrei St. Bernhard hat ihren Anteil aus Rücklagen bzw. durch die Neuaufnahme von Darlehen bestritten. Viele Aktionen wie Benefizkonzerte, Pfarrfeste, die Übernahme von Steinpatenschaften sowie der Verkauf von Geschenkartikeln und andere mehr wollten helfen, den notwendigen Anteil zu erbringen.
Im Blick auf die immens hohen Instandsetzungskosten sind wir auf die Hilfe von vielen Seiten angewiesen sein. Darum bitten wir auch um Ihre Spende und Ihre Unterstützung für den Erhalt unserer Kirche (Spendenkonto: 10532703, Sparkasse KA, BLZ: 66050101). Selbstverständlich werden Spendenbescheinigungen ausgestellt. Freuen würden wir uns auch über Ihre Mitgliedschaft im Förderverein St. Bernhard. Informationen dazu erhalten Sie über unser Pfarrbüro (Tel. 0721 / 9 64 06-0) oder über Herrn Grombacher (Tel. 0721 / 66 13 35)


